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Die Bürgergesellschaft sei geprägt von selbständigen Menschen, die eigenverantwortlich, freiwilligund solidarisch handeln, so Andreas Khol, Klubomann (Fraktionsvorsitzender) der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) im Nationalrat. In seinem Buch „Durchbruch zur Bürgergesellschaft“ zeichnet er die Vision eines „dritten Weges“ - neben Sozialismus und purem Kapitalismus. Die neue Bürgersolidarität stärke durch mehr Freiheit und Verantwortung für den Bürger die Demokratie. Der Soldidarität innerhalb der Gesellschaft werde genutzt, den engagierten Menschen könne andererseits Lebenssinn vermittelt werden.
Der konservative Vordenker kritisiert die „Liegestuhlgesellschaft“, in der der Staat für alles verantwortlich sei. An die Stelle von Nächstenliebe und Soldarität sei „der Staat als anonymes Fernwärmesystem“ getreten. Die Ausuferung der öffentlichen Aufgaben bedrohe gerade jene besonderen Werte der Gesellschaft, die den Kitt für das Fundament des Staates darstellten: Freiheit, individuelle Verantwortung und Solidarität. Der Neoliberalismus sei ebenfalls keine Lösung: Die einseitige Ausrichtung auf die Ökonomie und die soziale Kälte führten zu keiner besseren Gesellschaft.
Die Bürger sollten sich stärker engagieren. Demokratie und Mitbestimmung dürften sich nicht allein in dem Gang zur Wahlurne erschöpfen. Vereine und freie Initiativen seien die beiden Standbeine für das ehrenamtliche Engagement. Wer sich einbringe, erfahre Selbstbestätigung und Solidarität. Khol möchte den Initiativen fast keine Grenzen setzen: auch Nachbarschaftsgruppen, die für Sicherheit im Wohngebiet sorgen, sind für Andreas Khol kein Tabu.
Der ÖVP-Politiker plädiert dafür, dass der Staat die Vereine stärker unterstützt: Vereinshand-bücher, spezielle Bildungsmöglichkeiten für ehrenamlich Engagierte (Vereinsakademien) und Referentenpools sind Beispiele dafür, wie die Politik helfen könne. Bürger, die sich hervorragend für ihre Mitmenschen einsetzen, sollten ausgezeichnet werden. Die „Helden des Alltags“ hätten Anerkennung verdient. Außerdem sollen die Verbände auf Ebene der Bundesländer und Gemeinden eine eigene Vertretung erhalten.
Im Gegensatz zur CDU wird in der ÖVP und in der CSU kräftig über einen „dritten Weg“ abseits von Sozialismus und Neoliberalismus diskutiert. Der hessische Ministerpräsident Roland Koch gehört zu den wenigen Christdemokraten, die sich an der Debatte um die Bürgergesellschaft beteiligen. Andreas Khols Buch erschöpft sich nicht in Allgemeinplätzen. Damit unterscheidet es sich vom Schröder-Blair-Papier, in dem ebenfalls für mehr Eigenverantwortung plädiert wird. Er bringt konkrete Vorschläge, wie die Politik der neue Bürgerkultur unter die Arme greifen kann. Seine Thesen stützt er auf eine wissenschaftliche Studie, die zeigt, dass sich die Menschen stärker in die Gesellschaft einbringen möchten.
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