Eigene Meinung unerwünscht

Erlabrunn. Wenn es nach Erlabrunns Bürgermeister Harald Wilhelm geht, sollen die Gemeinderäte zukünftig nicht mehr ihre eigene Meinung in der Öffentlichkeit vertreten. Hat ein Gemeinderat eine eigene Meinung und äußere er diese, so seien dies "Eigenmächtigkeiten", ließ Wilhelm über das "Amtsblatt" vom 5. Juni wissen. Wenn ein Gemeinderat die Bürger über die Kommunalpolitik informiere - wie dies unter www.offenheit.com geschieht -, so sei das "gemeindeschädigend". Bereits in der vorangegangenen Gemeinderatssitzung hatte Wilhelm samt seiner Stellvertreter Schulze und Stemmler diese Meinung vertreten.

Hintergrund ist die kritische Berichterstattung auf Seiten des Informationsdienstes www.offenheit.com. Gemeinderat Alexander Krauß übte unter anderem Kritik daran, dass das ehemalige Schulhaus saniert werde, während in der Milchbach-Siedlung nichts passiere. Die knappen Eigenmittel der Gemeinde sollten eher für die Wohnungen ausgegeben werden statt für ein Haus, dessen langfristige Nutzung unklar sei. Außerdem wandte er sich dagegen, dass die Bürger bei der Planung von Parkplätzen übergangen und nur zur Kasse gebeten würden.

Der Informationsdienst www.offenheit.com wird weiterhin kritisch das Geschehen in Erlabrunn begleiten. Gemeinderat Alexander Krauß wird wie bisher kein Blatt vor dem Mund nehmen und die Sorgen der Bürger ansprechen - auch wenn andere diese totschweigen wollen. "Dem Bürgermeister mangelt es an Demokratieverständnis", erklärte Krauß.

Wörtlich hatte Wilhelm im "Amtsblatt" mit Bezug auf das "Verhalten des Gemeinderates Alexander Krauß" geschrieben: "Dies betrifft vor allem seine gemeindeschädigenden Veröffentlichungen im Internet und seine Eigenmächtigkeiten als Gemeinderat, mit denen er die häufig nach intensiven Diskussionen gefassten Mehrheitsbeschlüsse negiert."

(08.06.02)

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