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Erlabrunn. Auf einer Bürgerversammlung zur Zukunft der Milchbach-Siedlung hat der Erlabrunner Bürgermeisterkandidat Alexander Krauß die mangelnde Beteiligung der Bürger an den Planungen beklagt. Vor über 70 Zuhörern in der Gaststätte „Zur alten Pumpe“ sagte Krauß am Mittwochabend, die Mieter würden nur unzureichend über Abrisspläne informiert. Seit September 2000 gebe es konkrete Planungen, doch der Bürgermeister habe mit den Mietern nicht geredet. „Die Bürger haben ein Recht auf Mitsprache“, erklärte Krauß. Es dürfe nicht über die Köpfe der Mieter hinweg entschieden werden. Offenheit sei der erste Schritt auf dem Weg der Bürgerbeteiligung. Der Politikwissenschaftler schlug vor, drei Arbeitsgruppen mit interessierten Bürgern zu bilden: Eine könne sich mit der Wohnumfeldgestaltung betreffen, eine andere mit Umbau und Modernisierung. Eine weitere Gruppe müsse sich mit dem Rückbau beschäftigen und zuerst Kriterien finden, nach denen Häuser ausgesucht werden, die nicht mehr erhalten werden können. „Wir haben viele Bürger mit Erfahrungen auf verschiedenen Fachgebieten oder einfach nur mit gesundem Menschenverstand“, sagte Krauß. Dieses Kapital müsse die Gemeinde nutzen. Anfang Mai hatte ein von Bürgermeister beauftragtes Planungsbüro den Abriss von 49 der 217 Wohnungen in der Siedlung „Am Milchbach“ vorgeschlagen. Die Kommunale Wohnungsverwaltung hat einen Schuldenberg von 11.063 Mark je Einwohner aufgetürmt, insgesamt 11,45 Millionen. Damit liegt die Gesamtverschuldung der Gemeinde Erlabrunn 2000 Mark über der von Grünhain. Für das Jahr 1999 habe der kommunale Eigenbetrieb noch nicht einmal eine Gewinn- und Verlustrechnung aufgestellt, kritisierte Krauß. Der stellvertretende Bürgermeister Manfred Stemmler begründete die hohen Verbindlichkeiten mit Altschulden und hausgemachten Fehlern: „Beim Heizungsbau wurden wir jämmerlich über den Tisch gezogen“, sagte er. In der anschließenden Diskussion trugen die Mieter erste Ideen zusammen. Aus drei Wohnungen könne man zwei machen, der Wald oberhalb der Siedlung müsse gelichtet und der Spielplatz auf Vordermann gebracht werden. Wer gezwungen sei, seine Wohnung zu verlassen, der solle eine voll sanierte Wohnung angeboten bekommen, lautete ein weiterer Vorschlag. |