Täumerhaus-Käufer muss vorerst nicht zahlen - Zum dritten Mal innerhalb von zwei Jahren Konzept vorgestellt

Täumerhaus
Das Täumerhaus Mitte November 2001: Vom Verfall
gezeichnet.


Erlabrunn. Der Täumerhaus-Käufer Michael Bachmeier muss vorerst nicht die restlichen rund 200.000 Mark zahlen. Das beschloss am Dienstag der Erlabrunner Gemeinderat mehrheitlich. Der bayerische Bauunternehmer solle die restliche Kaufsumme erst begleichen, wenn ihm seine Wasserkraftanlage genehmigt wird.

Gegen diesen Beschluss hatte CDU-Gemeinderat Alexander Krauß votiert. „Als Gemeinderat habe ich die Interessen der Bürger zu vertreten - und nicht die des Täumerhaus-Käufers“, sagte Krauß. Mit über 12.000 Mark je Einwohner stehe die Gemeinde in der Kreide. Im Vormonat sei eine Satzung eingeführt worden, um pro Jahr Einnahmen von 200 Mark zu verbuchen, weil die Gemeinde ihren Haushalt konsolidieren müsse. Auf der anderen Seite werde jedoch auf den 1000-fachen Betrag verzichtet. Neben dem Kaufpreis in Höhe von 140.000 Mark stünden circa 60.000 Mark Zins und Zinsenszins aus. Die Gemeinde habe das Geld bitter nötig. Auch im kommenden Haushaltsplan seien das Geld aus dem Verkauf bereits eingestellt. „Die Vertragslage ist klar: Bachmeier hat bis Februar 1999 von seinem Rücktrittsrecht keinen Gebraucht gemacht - jetzt muss er zahlen“, meinte Alexander Krauß.

Bachmeier hatte im Kaufvertrag zugesagt, bis Februar 1999 für den Gasthof 240.000 Mark zu zahlen. Nach der Veröffentlichung von Zeitungsartikeln überwies er zweimal je 50.000 Mark. Mehrmals hatte er dem Gemeinderat gelobt, den gesamten Kaufpreis zu begleichen. Doch nichts geschah. Im November 1999 und im März des vergangenen Jahres hatte Bachmeier dem Gemeinderat bereits zwei Planungen vorgestellt, die aber Makulatur blieben.

Nach dem diesmal präsentierten Konzept setzen Michael Bachmeier und sein Kompagnon, der Zwönitzer Gastwirt Horst Kökert, auf typisch erzgebirgische Küche und Öko-Tourismus. Die Besucher sollen die Erzeugung von Strom durch Wasserkraft hautnah erleben. Neben einer Gaststube mit 43 Plätzen, einem Saal, Kaminzimmer und einer Bar ist eine Pension mit 59 Betten geplant, so Architekt Knut Scheiter vom ausführenden Bauplanungsbüro Süß. Biergarten, Caféterasse und zwei Seminarräume fügen sich ebenfalls in das Konzept ein. Über sieben Millionen Mark sollen in das historische Gasthaus samt Wasserkraftanlage gesteckt werden. Das Hauptproblem aus bautechnischer Sicht sei der Hausschwamm, der das Gemäuer befallen habe, so Scheiter.

12 bis 14 Arbeitsplätze wollen Bachmeier und Kökert schaffen. Er habe die Hoffnung nicht aufgegeben, das Haus Weihnachten 2002 zu eröffnen, sagte Kökert. Bachmeier will mit ihm eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gründen. Wenn er das Recht zur Wasserkraftnutzung nicht erhalte, sterbe das Projekt, erklärte Bachmeier. Mittlerweile habe er auch das Neurecht für die Nutzung der Wasserkraft beantragt.

Zur Gemeinderatssitzung hatte die Kämmerei zuvor den Haushaltsplan für das kommende Jahr präsentiert. Demnach sollen im kommenden Jahr 353.149 Euro (ca. 685.000 DM) in der kleinsten Gemeinde des Landkreises investiert werden. Um den Haushalt auszugleichen, sollen der Rücklage 53.339 Euro (ca. 104.000 DM) entnommen werden. Falls die Kaufsumme für das Täumerhaus nicht auf dem Konto eingehe, müsse die Gemeinde Straßenbau-Projekte streichen, erklärte Kämmerei-Mitarbeiterin Steffi Fritzsch. Der Haushaltsplan für die Kommunale Wohnungsverwaltung lag den Gemeinderäten noch nicht auf dem Tisch.

(27.11.01)

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