Krauß: Bürger bei Planung zur Milchbachsiedlung einbeziehen

Erlabrunn. 49 der 217 Wohnungen in der Erlabrunner Siedlung „Am Milchbach“ sollen in den kommenden neun Jahren abgerissen werden. Diesen Plan stellte ein von Bürgermeister Harald Wilhelm beauftragtes Planungsbüro dem Gemeinderat am Dienstagabend vor. Nach der bevorzugten Variante kommen die Häuser 25/26, 1-3, 10 und 13 unter die Abrissbirne. Nach einem anderen Vorschlag könnten auch die Häuser 8 und 5 weggerissen werden.

Gemeinderat Alexander Krauß forderte, die Bürger, Unternehmen und die privaten Vermieter des Ortes müssten an den Planungen beteiligt werden. Auch dürfe nicht allein über den Abriss von Häusern gesprochen werden. „Wir brauchen kreative Lösungen“, so Krauß. Beispielsweise könnten Wohnungen vergrößert oder ein betreutes Wohnen angeboten werden. „Ich bin mir sicher, dass die Bürger viel Sachverstand einbringen können“, erklärte der Bürgermeisterkandidat. In einer Bürgerversammlung wolle er über Vorschläge diskutieren. Die Einwohner hätten ein Recht auf mehr Mitsprache und Offenheit in der Kommunalpolitik.

Krauß kritisierte, dass die Kommunale Wohnungsverwaltung und die Gemeinde erst jetzt auf den Leerstand reagiere: „Ein ordentliches Konzept hat in den letzten Jahren gefehlt.“

Auch in der Siedlung „Am Waldeck“ sollen Häuser abgerissen werden. Hier handelt es sich allerdings um die bereits leer stehenden Wohnblöcke. Derzeit sind 37 kommunale Wohnungen in der Milchbach-Siedlung unvermietet, drei in der Siedlung „Am Waldeck“.

Grund- und Gewerbesteuern werden erhöht

Bei zwei Gegenstimmen und vier Enthaltungen erhöhte der Gemeinderat die Grund- und Gewerbesteuern. Gemeinderat Alexander Krauß lehnte die Erhöhung zum jetzigen Zeitpunkt ab, da nicht gleichzeitig die Gemeinde ihre Ausgaben verringere. „Es muss deutlich werden, dass auch die Gemeinde den Gürtel enger schnallt“, sagte Krauß. Außerdem sollten erst einmal die über 200.000 Mark des Täumerhaus-Käufers eingetrieben werden, ehe den Bürgern mehr Geld abgeknöpft werde.

Der Parkplatz neben dem Krankenhaus wird voraussichtlich gebaut. In einem Brief erklärte das Landratsamt, die Gemeinde habe rechtswidrig ihr Einvernehmen versagt. Ein Bauantrag könne nicht mit der Begründung abgelehnt werden, es gebe bereits genügend Parkflächen im Ort.

(3.5.01)


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