Finanzplan ist Schönfärberei

Erlabrunn. An der Finanzplanung der Kommunalen Wohnungsverwaltung (KWV) Erlabrunn hat Alexander Krauß zur Gemeinderatssitzung am 4. September Kritik geübt. Die Pläne bis zum Jahr 2008 seien Schönfärberei. Unrealistisch sei es, von einem Mittelüberschuss von 2000 Mark im Jahr 2008 auszugehen.

Krauß begrüßte es, dass nun endlich über die Zukunft der KWV diskutiert werde. Bei einer Pro-Kopf-Verschuldung von 12.336 Mark für die Gemeinde sei dies schon längst nötig gewesen. Bereits im Januar 2000 hatte Krauß eine solche Diskussion gefordert.

Die Annahme, die Mieten würden ab 2004 nicht zurückgehen, seien unrealistisch, meinte Gemeinderat Krauß. Weil die Häuser zum Teil nicht saniert seien und die Einwohnerzahl zurückgehe, würden auch die Mieteinnahmen sinken.

Der Posten Instandhaltung/-setzung der Häuser sei ein Verschiebebahnhof. Nach der Planung sollen die Ausgaben hierfür von 750.000 DM in diesem Jahr auf 50.000 im Jahr 2008 fallen. "Weder kann dann noch ein Dach gedeckt werden, noch können die nötigsten Reparaturen ausgeführt werden", sagte Krauß.

Das abgelaufene Jahr habe gezeigt, dass selbst die bisherigen Pläne zu blauäugig waren. Nachdem im Dezember 2000 ein Überschuss von 290.888 DM prognostiziert worden war, lag der Jahresgewinn für das Jahr 2000 letzenendes bei 32.308 Mark. Dass unter dem Strich ein positiver Abschluss stand, sei nur möglich gewesen, weil die Kosten für die Bewirtschaftung um 89.000 Mark gesunken seien und weil die Kosten für die Instandhaltung von 602.000 (Plan) real nur 322.000 Mark betrugen.

Kauf eines Kleinbuses

Der Gemeinderat beschloss, für die Freiwillige Feuerwehr einen VW-Kleinbus vom Krankenhaus zu erwerben. Das Fahrzeug kostet 5000 Mark und soll von den Kameraden der Feuerwehr und Mitarbeitern des Bauhofs größtenteils in Eigenleistung umgebaut werden. Damit kann ein B 1000 außer Dienst gestellt werden. Das neue Fahrzeug soll auch von der Jugendfeuerwehr genutzt werden.

Nachtragshaushalt

Im Oktober will Bürgermeister Harald Wilhelm einen Nachtragshaushalt einbringen. Die Haushaltslage sieht derzeit besser aus als am Jahresanfang, zum Beispiel durch den Verkauf der Gaststätte "Zur alten Pumpe". Aus der Rücklage müsse voraussichtlich nichts entnommen werden, so Kämmerin Steffi Fritzsch. 120.000 Mark waren als Entnahme eingeplant. Eventuell könnten sogar 135.000 DM der Rücklage zugeführt werden.

Bebauungsgebiet "An der Schulstraße" gestorben

Aus dem Bebauungsgebiet "An der Schulstraße" wird vorerst nichts. Die Fördermittel wurden bereits zurückgegeben, teilte der Bürgermeister mit. Damit wird das Gebiet nicht erschlossen. Mit dem Zweckverband Wasserwerke Westerzgebirge (ZWW) will Wilhelm jetzt verhandeln, ob nicht drei Parzellen beim ehemaligen Klubhaus an das Abwassernetz angeschlossen werden können, um wenigstens dort Eigenheime zu bauen.

(4.9.01)

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